Best Practices für die Implementierung eines automatisierten Stationsapothekensystems (ADC) auf einer Krankenhausstation

ADC
November 5, 2025

Die Implementierung eines automatisierten Stationsapothekensystems (ADC — Automated Dispensing Cabinet) ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Patientensicherheit und der Effizienz des Personals. Um jedoch das volle Potenzial einer solchen Lösung auszuschöpfen, ist eine korrekte und sorgfältig geplante Umsetzung erforderlich.

Selbst die beste Technologie wird nicht die erwarteten Ergebnisse liefern, wenn der Implementierungsprozess ungeplant erfolgt oder die realen Arbeitsabläufe im Krankenhaus nicht berücksichtigt. Studien zeigen, dass korrekt implementierte ADC-Systeme Medikationsfehler bei der Ausgabe um bis zu 50 % reduzieren und gleichzeitig die Compliance pharmazeutischer Prozesse deutlich verbessern können (Trivedi et al., BMJ Open Quality, 2022; Chapuis et al., European Journal of Hospital Pharmacy, 2019).

Im Folgenden stellen wir Best Practices vor, die eine effiziente und erfolgreiche Implementierung eines automatisierten Medikamentenschranks auf der Station unterstützen.

1. Die Bedeutung einer gut geplanten Implementierung

Eine erfolgreich umgesetzte ADC-Implementierung ist nicht nur eine technische Aufgabe – sie stellt eine organisatorische Veränderung dar. Sie umfasst Arbeitsprozesse, Verantwortlichkeiten des Personals und sogar die Sicherheitskultur. Eine Einführung ohne ausreichende Vorbereitung kann zu Frustration, Widerstand bei den Anwendern und Fehlbedienung der Geräte führen.

Best Pactice:

Vor Beginn eines Projekts ist es sinnvoll, eine Bedarfsanalyse der Station durchzuführen, also zu identifizieren, welche Probleme das ADC lösen soll (z. B. Medikationsfehler, Verluste, fehlende Bestandskontrolle) und wie sich das System in die bestehenden Abläufe integrieren lässt.

Laut einem Bericht des Institute for Safe Medication Practices (ISMP, 2020) ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von ADC-Systemen die Einbindung der Endanwender bereits in der Planungsphase des Projekts.

2. Hardware- und Softwarekonfiguration

Jede Abteilung hat ihre eigenen Besonderheiten: unterschiedliche Arzneimittelgruppen, Zugriffsrechte, Arbeitszeiten und Dokumentationsflüsse. Daher ist ein zentraler Schritt der Implementierung die korrekte Konfiguration von Hardware und Software.

Best Practice:

  • Passen Sie die Struktur der Schubladen und Fächer an die am häufigsten verwendeten Medikamente an.
  • Definieren Sie Benutzerrollen und Berechtigungsstufen (z. B. Pflegekraft, Apotheker, Arzt).
  • Richten Sie die Integration mit dem Apothekensystem und dem EHR ein, damit die Medikamentendaten stets aktuell bleiben.
  • Testen Sie die Kommunikation zwischen den Systemen und stellen Sie sicher, dass die Reports für die Anwender verständlich und gut lesbar sind.

Studien zeigen, dass die Anpassung der ADC-Konfiguration an die Bedürfnisse der jeweiligen Station die Nutzungseffizienz und die Zufriedenheit des Personals um mehr als 30 % steigert (Lai et al., Journal of Pharmaceutical Health Services Research, 2021).

Hinweis:
Das UnitBox-System ermöglicht eine flexible Konfiguration von Hardware und Software und kann dadurch optimal an die Anforderungen jeder Krankenhausabteilung angepasst werden.

3. Schulung des Personals

Die häufigste Ursache für Probleme nach der Implementierung ist eine unzureichende Schulung der Anwender. Selbst ein intuitives System erfordert eine grundlegende Einweisung, insbesondere im Hinblick auf Sicherheitsverfahren und den Umgang mit Notfallsituationen.

Best Practice:

  • Organisieren Sie Schulungen für alle Benutzergruppen (Pflegekräfte, Apotheker, IT-Service).

  • Stellen Sie sicher, dass alle wissen, wie Medikamente entnommen, zurückgegeben und korrekt dokumentiert werden.

  • Erstellen Sie kurze Arbeitsanweisungen oder Schulungsvideos.

  • Benennen Sie sogenannte „Superuser“, die ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Station nach der Implementierung unterstützen.

4. Test- und Pilotphase

Bevor das ADC-System vollständig in Betrieb geht, empfiehlt es sich, eine Pilotphase durchzuführen, also einen Testbetrieb auf einer einzelnen Station oder in begrenztem Umfang.

Best Practice:

  • Testen Sie typische Anwendungsszenarien: Medikamentenentnahme, Rückgabe, fehlender Zugriff, Systemausfall.

  • Sammeln Sie Feedback der Anwender und nehmen Sie entsprechende Anpassungen an der Konfiguration vor.

  • Überprüfen Sie, ob die Integration mit anderen Systemen reibungslos und ohne Verzögerungen funktioniert.

Erfahrungen von Krankenhäusern, über die im American Journal of Health-System Pharmacy berichtet wurde, zeigen, dass die Pilotphase die Anzahl der Probleme nach der vollständigen Implementierung um mehr als 40 % reduziert (Fox et al., AJHP, 2019).

Die Pilotphase hilft, Schwierigkeiten bei der Einführung im größeren Maßstab zu vermeiden und erhöht die Akzeptanz beim Personal.

5. Inbetriebnahme des Systems

Die korrekte Inbetriebnahme des ADC-Systems sollte gut geplant sein und durch das technische Team sowie einen Vertreter des Anbieters begleitet werden.

Best Practice:

    Planen Sie die Inbetriebnahme außerhalb der Spitzenzeiten oder an einem Wochenende.
  • Stellen Sie die Anwesenheit einer verantwortlichen Person für den Anwendersupport sicher.
  • Aktivieren Sie nach der Implementierung das Systemmonitoring (Protokolle, Fehlermeldungen, Warnhinweise).
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Korrektheit der Bestände.

6. Maßnahmen nach der Implementierung

Die Implementierung endet nicht am Tag der Inbetriebnahme. Die kontinuierliche Überwachung und Optimierung der Prozesse ist entscheidend.

Best Practice:

  • Analysieren Sie Nutzungs- und Fehlerberichte.
  • Spielen Sie Software-Updates und Sicherheits-Patches ein.
  • Organisieren Sie regelmäßige Auffrischungsschulungen.
  • Sammeln Sie Vorschläge der Anwender und passen Sie die Systemkonfiguration entsprechend an.

Das UnitBox-System ermöglicht die Fernüberwachung und Datenanalyse, was die kontinuierliche Optimierung des ADC-Betriebs unterstützt.

7. Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

  • Zu schnelle Einführung ohne Tests → erhöhtes Fehlerrisiko und Frustration beim Personal.
  • Mangelnde Schulung → fehlerhafte Bedienung und sinkendes Vertrauen in das System.
  • Fehlerhafte Rollenkonfiguration → zu weitreichende Zugriffe oder Einschränkungen bei der täglichen Arbeit.
  • Fehlende Integration mit dem Apothekensystem → inkonsistente Bestandsdaten.

So lassen sich diese Fehler vermeiden:
Die Implementierung sollte stufenweise erfolgen, mit aktiver technischer Unterstützung und offener Kommunikation mit den Anwendern.

Fazit

Ein automatisiertes Medikamentenschranksystem ist eine Investition, die spürbare Vorteile bringt – darunter eine höhere Patientensicherheit, geringere Medikamentenverluste und eine deutliche Zeitersparnis für das Personal. Der Erfolg wird jedoch nicht allein durch die Technologie bestimmt, sondern vor allem durch die Art der Umsetzung. Eine gute Planung, gezielte Schulungen und die kontinuierliche Analyse der Ergebnisse sind der Schlüssel, um das volle Potenzial einer Lösung wie UnitBox auszuschöpfen.

Nächste Schritte

Planen Sie die Einführung automatisierter Stationsapothekensysteme in Ihrem Krankenhaus? Kontaktieren Sie das UnitBox-Team, um die Anforderungen Ihrer Einrichtung zu besprechen und einen schrittweisen Implementierungsprozess zu planen.

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