Integration automatisierter Stationsapothekensysteme (ADC) in die Krankenhaus-IT – Standards, Schnittstellen und Interoperabilität

Integrationen
November 5, 2025

Automatisierte Stationsapothekensysteme (ADC — Automated Dispensing Cabinets) sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil der modernen Medikamentenlogistik in Krankenhäusern geworden. Damit diese Systeme jedoch effektiv arbeiten können, müssen sie eng in die IT-Infrastruktur der Einrichtung integriert sein.

Ohne einen effizienten Datenaustausch zwischen automatisierten Stationsapothekensystemen (ADC) und den Krankenhaus Systemen können selbst die modernsten Lösungen zusätzlichen Arbeitsaufwand und ein erhöhtes Fehlerrisiko verursachen. Deshalb ist die Integration davon die Grundlage für ein effektives und sicheres Medikamentenmanagement.

1. Warum ist die Integration von automatisierten Stationsapothekensystemen (ADC) in Krankenhaus­systeme so wichtig?

Ein automatisiertes Stationsapothekensystem (ADC) funktioniert nicht isoliert. Es ist Teil eines größeren Ökosystems, zu dem unter anderem die Krankenhausapotheke, elektronische Patientenakten (EHR) sowie ERP-Systeme gehören.

Laut einer im „Journal of Medical Systems“ veröffentlichten Studie erhöht die fehlende Integration pharmazeutischer Systeme in Krankenhaussysteme das Risiko von Fehlern in der Medikamentendokumentation um bis zu 30 % und verlängert die Zeit für die Erstellung von Berichten deutlich (Zhang et al., 2020).

Eine fehlende Integration kann zu folgenden Problemen führen:

  • doppelte Dateneingabe,
  • Unstimmigkeiten zwischen tatsächlichen und gemeldeten Beständen,
  • Fehler bei der Erfassung von Medikamenten,
  • Verzögerungen bei der Berichterstattung und der Analyse des Verbrauchs.

Ein integriertes System ermöglicht die vollständige Automatisierung des Informationsflusses – von der Bestellung eines Medikaments über die Ausgabe bis hin zur Abrechnung. Dadurch wird das Fehlerrisiko minimiert und wertvolle Arbeitszeit des Personals eingespart.

2. Zentrale Systeme für die Integration

Damit das ADC-System in voller Synergie arbeiten kann, sollte es mit mehreren Kernkomponenten der Krankenhaus-IT-Landschaft verbunden sein:

  • Apothekensystem → ermöglicht die automatische Bestandsaktualisierung und Lagerverwaltung.
  • EHR (Electronic Health Record) → ermöglicht die Zuordnung der Medikamentenausgabe zu konkreten Patienten und ärztlichen Anordnungen.
  • ERP-System / Finanz- und Lagerwirtschaft → unterstützt das Reporting sowie die Kostenstellen- und Bestandsabrechnung von Medikamenten.
  • Zugriffskontroll- und Benutzerauthentifizierungssystem → gewährleistet Datensicherheit und die Kontrolle von Berechtigungen.

3. Integrationsstandards und -protokolle

Moderne Krankenhaussysteme nutzen einheitliche Kommunikationsstandards, die die Interoperabilität zwischen verschiedenen Softwareanbietern erleichtern. Studien zeigen, dass der Einsatz der HL7- und FHIR-Standards bei der Integration von ADC-Systemen in EHR- und ERP-Systeme die Anzahl von Dateninkonsistenzen reduziert und den Reporting-Prozess beschleunigt (Kuo et al., Journal of Health Informatics, 2021).

Am häufigsten verwendet werden:

  • HL7 (Health Level Seven) → ein klassischer Standard für den Datenaustausch im Gesundheitswesen, unter anderem für die Kommunikation zwischen EHR und ADC.
  • FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) → ein neuerer, auf REST-APIs basierender Standard, der einen schnelleren und flexibleren Datenaustausch ermöglicht.
  • DICOM / XML / JSON → Datenformate, die die Integration mit modernen Anwendungen und Reportingsystemen erleichtern.

ADC-Systeme wie UnitBox sind so konzipiert, dass sie diese Standards unterstützen und dadurch eine einfache Implementierung in unterschiedlichsten IT-Umgebungen ermöglichen.

4. Datenaustausch in der Praxis

Die Integration von ADC-Systemen umfasst den kontinuierlichen Austausch von Daten zwischen dem Stationsapothekensystem und der Krankenhaussoftware.

Die am häufigsten ausgetauschten Informationen sind:

  • Listen der Medikamente und ihrer Lagerorte,
  • Bestandsdaten,
  • ärztliche Verordnungen und Anwendungshistorien,
  • Benutzerprotokolle (wer, wann welches Medikament entnommen hat),
  • Verbrauchs- und Rückgabereports.

5. Integrationsherausforderungen und mögliche Lösungen

Der Prozess der Integration von ADC-Systemen in die Krankenhaus-IT ist nicht immer einfach. Laut einem Bericht des „American Journal of Health-System Pharmacy“ verkürzt die Implementierung standardisierter APIs und Integrationsmodule die Integrationszeit im Durchschnitt um 25 % und reduziert die Anzahl technischer Probleme in den ersten Monaten des Systembetriebs deutlich (Fox et al., 2019).

Die häufigsten Herausforderungen sind:

  • die Vielfalt an Systemen und fehlende einheitliche Schnittstellen,
  • Einschränkungen der IT-Infrastruktur,
  • Sicherheit und Compliance,
  • fehlendes dediziertes Integrationsteam.

Lösungen:

  • Einsatz standardisierter APIs und Integrationsmodule,
  • Zusammenarbeit mit dem ADC-Systemanbieter bereits in der Phase der Vorab-Analyse,
  • Tests in einer Pilotumgebung vor dem Produktivstart,
  • technische Dokumentation und laufender Support durch das IT-Team.

6. Sicherheit und Compliance

Der Austausch von Medikamenten- und Patientendaten erfordert höchste Sicherheitsstandards. Das ADC-System muss den geltenden Vorschriften wie der DSGVO sowie den nationalen Datenschutzbestimmungen im Gesundheitswesen entsprechen.

Studien zeigen, dass der Einsatz von TLS/SSL-Verschlüsselung sowie die Protokollierung von Benutzeraktionen in ADC-Systemen das Risiko unbefugter Zugriffe und des Missbrauchs kontrollierter Medikamente deutlich reduziert (Institute for Safe Medication Practices, 2020).

Best Practices:

  • Verschlüsselung der Kommunikation (TLS/SSL),
  • starke Benutzerauthentifizierung,
  • Auditierung von Protokollen und Operationshistorien,
  • rollenbasierte Zugriffsbeschränkung.

Das UnitBox-System gewährleistet die vollständige Sicherheit des Datenaustauschs, die Einhaltung der DSGVO sowie die lückenlose Protokollierung aller Benutzeraktionen.

7. Beispiel einer Integrationsarchitektur

In einem typischen Szenario arbeitet das ADC-System mit einem zentralen Apothekensystem zusammen, das wiederum mit dem EHR- und dem ERP-System verbunden ist.

Der Datenaustausch erfolgt bidirektional:

  • Vom EHR zum ADC → ärztliche Verordnungen und Patienteninformationen,
  • vom ADC zu den übergeordneten Systemen → Ausgabebestätigungen, Reports und Bestandsdaten.

Diese Lösung gewährleistet vollständige Transparenz im Medikamentenkreislauf sowie eine sofortige Synchronisierung der Daten.

8. So unterstützt UnitBox die Integration

Das UnitBox-System ist für eine offene Architektur und eine einfache Integration mit den gängigsten Krankenhaus­systemen ausgelegt.

Es bietet:

  • HL7- und FHIR-konforme APIs,
  • flexible Datenstruktur (JSON/XML),
  • Zugriffskontrollmodul mit LDAP-/AD-Integration,
  • technischer Support für IT-Teams während der Implementierung und im laufenden Betrieb.

Dank dessen verläuft die Integration reibungslos, und das Krankenhaus kann das volle Potenzial der Prozessautomatisierung ausschöpfen.

Fazit

Die Integration von ADC-Systemen in die IT-Infrastruktur des Krankenhauses ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern ein strategischer Schritt hin zu einem modernen und sicheren Medikamentenmanagement. Kommunikationsstandards, ein hoher Fokus auf Sicherheit sowie die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Technologiepartner wie UnitBox ermöglichen volle Interoperabilität sowie reale Einsparungen an Zeit und Ressourcen.

Nächste Schritte

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